Michael Printz :: Pressefotografie

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14
Dez

Initiative: Rettern den Kontakt zu Angehörigen ermöglichen

IN_logo.jpgHunderte Male täglich stehen Rettungsdienste und Polizei vor dem selben Problem: Die Ermittlung von Angehörigen, die es zu verständigen gilt. Nach einem medizinischen Notfall, nach einem Verkehrsunfall. Fast immer kostet das die Polizei wertvolle Zeit. Mitunter vergehen Stunden bevor Angehörige erreicht werden können, wenn nur die Wohnanschrift ermittelt werden kann, wo auch der Ehepartner lebt - dieser aber gar nicht Zuhause ist.

Und was ist, wenn jemand gar alleine lebt? Dann ist kreative und aufwendige Recherchearbeit gefragt, Einwohnermeldedaten müssen durchforstet werden, schlimmstenfalls müssen Streifenbeamte mehrere Anschriften abklappern und beunruhigen unbeteiligte Familien mit dem gleichen Geburtsnachnamen wie der Notfallpatient ihn trägt. Dabei können Angehörige oft Ärzten lebensrettende Informationen geben. Außerdem erfahren Sie so nur sehr spät vom Notfall.

Ein möglichst eingeschweißtes Kärtchen, auf dem die Kontaktinformationen der nächsten Angehörigen vermerkt sind, sollte sich im Idealfall beim Ausweis befinden. Doch nur wenige Menschen tragen auffindbare Notfall-Kontaktinformationen bei sich. Jedoch trugen in den vergangenen Jahren mit steigender Tendenz immer mehr Notfallpatienten ein Mobiltelefon mit sich. Oftmals schlummern darin die benötigten Informationen - doch diese lassen sich nur selten von den Rettern auffinden. Die einen pflegen Telefonbücher mit bis zu 500 Nummern, akribisch nach Nachname und Vorname sortiert. Die anderen Speichern einfach nur Vornamen oder Spitznamen und Telefonnummer. Beides macht es den Rettern meist unmöglich, die richtigen Informationen (schnell) aufzufinden.

Es gibt zwei Initiativen, einen Quasistandard zu schaffen. Die eine stammt aus Großbritannien. Die englische Lösung hat einen kommerziellen Hintergrund und nennt sich ICE, “In Case of Emergency”. Im Deutschsprachigen Raum gibt es IN, “Im Notfall” - diese hat keinen kommerziellen Hintergrund.

Wie funktioniert das? Das Gemeinsame an beiden Ideen ist ein einheitlicher Telefonbucheintrag. In Großbritannien verwendet man das Kürzel “ICE”, zusammen mit einer Zahl wenn mehre Notfallkontakte gespeichert werden. Die deutschsprachige Initiative kritisiert an dieser Lösung, dass es weder internationaler Standard ist, noch Sinn macht wenn im Ausland Retter mit einer deutschsprachigen Menüführung konfrontiert werden. Außerdem besteht bei “ICE” hierzulande Verwechselungsgefahr mit dem gleichnamigen Zug der Bahn und könnte für eine Auskunftsnummer gehalten werden.

Für die Retter gehört zu fast jedem Unfall auch die Benachrichtigung von Angehörigen  (Foto: Michael Printz)
Für die Retter gehört zu fast jedem Unfall auch die Benachrichtigung von Angehörigen (Foto: Michael Printz)

 

Finden Retter beim Notfallpatienten ein Mobiltelefon, können sie gezielt nach einem einheitlichen Telefonbucheintrag suchen. Die Initiative “im Notfall” schlägt vor, mehrere Telefonbucheinträge nach dem Muster “IN Ehefrau” oder “IN Eltern” anzulegen. Bei Telefonen die mehrere Nummern zu einem Kontakt speichern können, bietet sich an alle vorhandenen Nummern auch einzutragen, damit die Angehörigen auch bei der Arbeit oder in der Freizeit erreicht werden können. So können Retter zügig Kontakt zu den Angehörigen aufnehmen. Hat jemand keine Angehörigen, ist es sinnvoll zum Beispiel über den Eintrag “IN Chef” wenigstens den Arbeitgeber über den Notfall zu informieren, damit überhaupt jemand aus dem Umfeld Kenntnis erhält.

Serviceinfo

  • Wenn Notfallpatienten oder Unfallopfer selbst keine Auskunft mehr geben können, müssen Angehörige ermittelt und kontaktiert werden
  • Angehörige können über lebensrettende Informationen verfügen oder als Spender in Frage kommen
  • Legen Sie im Telefonbuch Ihres Handy für jeden Notfallkontakt einen zusätzlichen Eintrag an
  • Gehen Sie nach dem Muster “IN Ehemann”, “IN Eltern”, “IN Geschwister” vor
  • Speichern Sie zu jedem IN-Kontakt alle bekannten Rufnummern von Handy, Zuhause, Büro
  • Zusätzlich sollten Sie immer ein Notfallkärtchen mit Kontaktinformationen am Ausweis heften haben
  • Die Lösung der deutschsprachigen Initiative bietet sich an, weil
    • Eine nationale / deutschsprachig-regionale Lösung besser ist als gar keine
    • Sie von den Einsatzkräften verstanden werden kann
    • es keinen kommerziellen Hintergrund gibt
  • Sprechen Sie ihre Familie, Freunde und Kollegen an. Bewegen Sie diese zum Mitmachen.
  • Informieren Sie ihre Kollegen auf Polizei-, Feuer- und Rettungswachen über die Initative
  • Webseite: http://www.imnotfall.de/

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