15
Okt
Supercharge verzückt Publikum im Strobels

Vorletztes Open Air Konzert im Strobels für dieses Jahr: Supercharge. (Foto: Michael Printz)
Die Stadt versinkt im Nebel, ein Feuer prasselt im Kamin und ein melancholisches Saxophon spielt die ersten Takte der „Harlem Nocturne“ (Earl Hagen).
Was nach einem gemütlichen Herbstabend daheim klingt, ist die kuschelige Atmosphäre, die sich Dienstag den Besuchern des Strobels bot. Doch dieser Eindruck täuscht, denn es wurde kräftig gerockt. Zu Gast war „Supercharge“, die Band um Blues-Saxophonisten und -Sänger Albie Donnelly.
Nach mehr als 30 Jahren im Geschäft, hätte dem Kopf der Gruppe genügend eigenes Material zur Verfügung gestanden, doch das aktuelle Programm besteht vornehmlich aus Klassikern des Blues-Rock und lässt keine Wünsche offen: „Choo Choo Ch’Boogie“, „Hoochie Coochie Man“, B. B. Kings „Personal Manager“, Buddy Johnsons „Save Your Love For Me“ oder Duke Ellingtons „Caravan“ - diese Songs brauchen Könner.
Und dieses Können stellten Roy Harrington (Gitarre), Jürgen „Big Jay“ Wieching (Sax), Mike Rafalczyk (Posaune/Harmonika), Sascha Kühn (Orgel/Piano), Wolfgang „Bolle“ Diekmann (Bass) und Hardy Fischkötter (Drums) auch meisterhaft unter Beweis. Ausgiebige Soli fügten sich nahtlos in die Stücke. Perfektes Timing reizte die Spannungsbögen, die die Tempowechsel schaffen, zur Gänze aus und auch der komplizierteste Bläsersatz klang nach spielerischem Herumreichen der Melodie in der Blechabteilung.
Roy Harrington hielt es auch nicht auf der Bühne. Seine Gitarre mal zwischen den Beinen, über dem Kopf oder hinter dem Rücken spielend wanderte er durch das Publikum. Nötig wäre das aber nicht gewesen, denn die spürbare Spielfreude von „Supercharge“ hatte auch ohne persönliches Ständchen die hinterste Reihe erreicht.
„Bin ich froh, dass ich mich aufgerafft habe – ein richtig schöner Abend“, war nach dem zweieinhalbstündigen Konzert von allen Seiten zu hören.
Weitere Konzerte und Infos: http://www.superchargeonline.de/
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