21
Mai
Improvisation ist eine hohe Kunst - von der creole 2007 Finalrevue zur Perfektion erhoben

Verteilt im Saal spielten die Musiker (Foto: Michael Printz/PRINTZ.NET)
Musik verbindet - in der „creole Revue“ löste sich das Gegeneinander der vergangenen Wettbewerbstage in fröhlichem Miteinander auf. Blechbläser überraschten die Gäste der caffélounge des domicil, als sie dort unter allen Musikern abgesprochene Melodienmotive zu spielen begannen. Diese Motive wurden von Alpenhörnern, Didgeridoos und mongolischen Oberton-Sängern im Treppenhaus aufgenommen und an Akkordeon-Spieler auf dem Treppenabsatz weitergegeben. Diese trugen die Melodien in den Konzertsaal. Hier übernahmen Bass, Cello und Leier den Grundton. Auf diesem Ton wurde nacheinander mit türkischem Gesang, indischer Sita (Laute) , irakischer Djoze (Streichinstrument) und Gesang , weiterem Oberton-Gesang und mongolischem Streichinstrument sowie Trompete improvisiert, bis die Musik auf der Bühne ankam. Dort wurden dann Stücke der Mitorganisatoren des „ creole“, Marlon Klein (Schlagzeug) und Uve Müllrich (Bass), von weiteren Musikern gespielt und verschiedene Soli improvisiert. Schlusspunkt war der Auftritt der „Hayat’s Tribal Dancer“, die mit ägyptischem Bauchtanz die Preise an die Gewinner überreichten. Gewinner des mit je 3000,00 ¤ dotierten Preises sind die Bands Äl Jawala, Ahoar und ulman. Jury und Publikum waren sich einig - auch der Publikums-Preis ging an die Gruppe Äl Jawal.
Versteht man Weltmusik als Grenzgänge und Fusion aus westlicher Populärmusik und traditionellen, meist nichtwestlichen Musikformen, war mit dieser Darbietung das Maximum erreicht. Dies zeigten auch die erneut begeisterten Reaktionen des Publikums. „Es hat Spaß gemacht, mal zu sehen und zu hören, was es so gibt“, meinen Preisträger Ahoar aus Köln über den Wettbewerb, „um das Gewinnen ging es nicht unbedingt, aber es ist schön, Anerkennung und Bestätigung zu bekommen.“ Trotz aller positiver Reaktionen sieht Projektleiterin Birgit Ellinghaus auch Verbesserungsbedarf: „Wir wollen Kontaktbörse sein, konnten große deutsche Plattenfirmen und Produzenten aber noch nicht für uns interessieren. Wir haben genug Talente hier, es muss nicht alles aus dem Ausland kommen. Da ist noch viel Missionierungsbedarf.“
Der „creole 2009“ wird in Berlin stattfinden, der Regional-Wettbewerb NRW vom 04.-07.09.2008 wieder im domicil. Die Ausschreibung erfolgt im März 2008. http://www.creole-weltmusik.de/
Fotomaterial vorhanden