05
Mai
Junge geriet mit Fahrrad unter Bus
Dortmund. In Lebensgefahr schwebt ein achtjähriger Junge nach einem schweren Unfall in Oespel. Der Junge war mit seinem Fahrrad unter einen Linienbus geraten und wurde unter dem Bus eingeklemmt.
Kaum nachvollziehbar ist wohl der psychische Druck der auf den Einsatzkräften lastete, die am Donnerstag zu dem schweren Unfall gegen 17.48 Uhr auf der Ewald-Görshop-Strasse gerufen wurden. Als Polizei und Rettungskräfte eintrafen, fanden Sie den achtjährigen Jungen samt Fahrrad unter dem Linienbus eingeklemmt vor. Der Busfahrer wollte von der Ewald-Görshop-Strasse in die Straße Auf der Linnert nach links abbiegen, wobei er eine Gruppe bevorrechtigter Kinder übersah die in nördlicher Richtung unterwegs waren. Der Achtjährige wurde während des Abbiegevorgangs erfasst und geriet unter den Linienbus. Nach Zeugenangaben sollen auch die anderen beiden Kinder mit dem Bus zusammengeprallt sein.
Eine Chance vielleicht noch mit dem Leben davon zu kommen dürfte der Achtjährige wohl der Aufmerksamkeit einer unbeteiligten Autofahrerin verdanken. Sie macht durch Hupen den Busfahrer auf den Vorfall aufmerksam, nachdem sie die Situation erfasst hatte. Der Busfahrer stoppte so alarmiert sofort seinen Omnibus wodurch verhindert wurde, dass der Junge von der Hinterachse überrollt wurde.
Die Feuerwehr hob den Bus im Rahmen der technischen Rettung mit mechanischen Hebevorrichtungen und einem Druckluftkissen an um das lebensbedrohlich verletzte Kind unter dem Bus zu befreien. Der Junge wurde vor Ort lange notärztlich versorgt, aufgrund der schweren Verletzungen in eine Langzeitnarkose (”künstliches Koma”) versetzt und patientenschonend mit dem Rettungshubschrauber Christoph 8 in ein Krankenhaus geflogen.
Eine weitere Zeugin, sowie der Busfahrer erlitten jeweils einen Schock. Beide konnten aber nach ärztlicher Versorgung vor Ort aber wieder entlassen werden. Die Strassen Auf der Linnert und Ewald-Görshop-Strasse mussten während der Menschenrettung und der Unfallaufnahme gesperrt werden.
Hintergrund
- Bei schweren Krankheiten oder Unfällen reagiert der Körper oft panisch. Es schrillen sozusagen alle Alarmglocken auf einmal. Körpereigene Rettungssysteme werden völlig überfordert. Es kommt zu schwerem Stress. Dadurch kann ein lebensbedrohlicher Zustand eintreten oder der Körper bei lebensbedrohlichen Verletzungen so belastet werden, dass Organe unter dem Stress versagen.
- Das künstliche Koma erfüllt kontrolliert die selbe Aufgabe wie das natürliche Eintreten von Bewusstlosigkeit, die eine Schutzfunktion gegen unerträgliche Schmerzen ist.
- Risiken und Nebenwirkungen eines künstlichen Komas sind nach Ansicht der medizinischen Fachwelt sehr gering und helfen den Patienten zu stabilisieren und zu behandeln.
- Der Transport mit dem Rettungstransporthubschrauber ist fast immer schonender für den Patienten als ein bodengebundener Transport. In der Startphase zeigten sich bestimmte Stressparameter beim RTH im Vergleich zum Rettungswagen um 6-14 % erhöht, bereits nach 3 Minuten Flugdauer stellte sich der schnelle Bodentransport schon als belastender dar.
- Wegen der hohen zusätzlichen Gefährdung für Patienten, Rettungskräfte und andere Verkehrsteilnehmer die von schnellen bodengebundenen Transporten insbesondere mit Sonderrechten (”Blaulichtfahrt”) ausgeht, werden zunehmend mehr Transportentscheidungen zugunsten moderner Rettungshubschrauber getroffen.
Fotomaterial vorhanden.
